Heidelberg – Er stellt die Studentin vor einen Spiegel, bewegt ihre Arme wie die Flügel eines Vogels auf und ab. Dann lässt Bariton Thomas Hampson die junge Frau beim Singen ein paar Schritte vorlaufen und wieder zurück, ermuntert sie, in die Knie zu gehen. Das Publikum erlebt mit, wie sich Marie Seidlers Stimme verändert. “Jetzt ist es freier”, sagt die 27-Jährige, die in Frankfurt/Main Gesang studiert. Aber auch ein bisschen dünner komme ihr die eigene Stimme nun vor. Hampson widerspricht: “Sie ist auf keinen Fall dünn.” Dem 59-Jährigen liegt sein pädagogischer Auftrag am Herzen. “Die jungen Leute brauchen Unterstützung und Offenheit – und das biete ich an.”

Seidler und fünf andere junge Gesangstalente haben ein Stipendium für die diesjährige Lied Akademie des Musikfestivals Heidelberger Frühling ergattert. Hier geht es um das Kunstlied, die Verbindung zwischen Musik und Literatur. “Ich habe mich schon von Anfang an mit dem Lied beschäftigt”, sagt Seidler. “Für mich war das Liebe auf den ersten Blick.” Ihr gefalle die Einheit von großer Musik und Lyrik. Nach Hampsons Unterrichtsstunde ist sie begeistert. “Ich fühle mich total inspiriert, ich kann das eigentlich gar nicht in Worte fassen.”

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In song, you have one of the most amazing diaries of any generation’s culture at a given time.

Thomas Hampson